Glockenguss in Lauchhammer

Im Jahre 1834 und 1839 wurden in Lauchhammer die beiden ersten Glocken aus Gusseisen hergestellt.

In der Zeit von 1919 – 1926 wurden im Zweigwerk Torgau Stahlglocken mit teilweise gewaltigen Ausmaßen hergestellt. Glockengewichte von 3t und mehr waren keine Seltenheit.

Von 1920 – 1939 verliessen das Werk Lauchhammer etwa 500 Bronzeglocken, von denen ca. 10% die Glockenvernichtung im 2. Weltkrieg überstanden. Die Glockenbronze ist ein Gemisch aus ca. 22 % Zinn und 78 % Kupfer.

Im Jahre 1929 erfolgte der Guss der größten Bronzeglocke in Lauchhammer für die Schloßkirche in Wittenberg mit einem Gewicht von 4,5t. Im Gegensatz zu ihr ist die 3t-Glocke im Berliner Dom aus dem gleichen Jahr erhalten geblieben.

Die letzte bekannte Glocke vor dem 2. Weltkrieg wurde 1939 für die Kapelle des Diakonischen Werkes in Halle gegossen .

Nach Kriegsende, in den Zeiten der DDR, kam die Produktion von Glocken zum Erliegen.

Erst im Jahre 1994 erfolgte der erste neuzeitliche Glockenguss nach alter Tradition. Die Zählung begann von vorn mit der 1. neuzeitlichen Glocke aus Lauchhammer. Die Glocke hat heute die evgl. Kirche in Dübrichen bei Doberlug-Kirchhain. Sie hat ein Gewicht von 200kg.

Bereits am 17. April 2015 konnte die Gießerei Stolz den 800. neuzeitlichen Glockenguss vermelden.

Gießerei heute mit Glockenmodellen mit mehreren Lehmschichten

Jede Glocke benötigt Vorarbeiten zur Herstellung.

Der Glockensachverständige benötigt eine dreiteilige Form, aus Kern, falscher Glocke und Mantel. Der Kern, entspricht dem Inneren der zukünftigen Glocke. Dieser wird aus Lehmsteinen und Lehmschichten geformt. Die sog. falsche Glocke muss in Größe und Aussehen der späteren, noch zu gießenden Glocke genau entsprechen. Sie besteht aus sehr feinem Lehm und Talg, die Zier z.B. Schrift, wird in Wachs auftragen.
Als letztes wird der Mantel zunächst mit feinem, dann mit gröberem Lehm auf die falsche Glocke gestrichen. Dabei bilden sich Abdrücke von der falschen Glocke auch im Mantel ab.
Vor dem eigentlichen Guss nimmt man den Mantel ab. Die darunter befindliche falsche Glocke wird zerschlagen. Der Hohlraum zwischen Kern und Mantel ergibt dann die richtige Glocke, in den die Bronze hineinfließen kann.

3 A Kunstgiesserei Lauchhammer heute

Seit 1834, mit nur kurzen Unterbrechungen bis heute, werden in Lauchhammer Glocken gegossen. Auch Sie können hautnah an einem Glockenguss in der Gießerei teilnehmen.

Teilnahme Gießereibesichtigung inkl. Museum
Anmeldung im Museum
Kosten 10,00 € pro Person
+ 3,00 € Führung pro Person im Museum
Tel. 03574 860166

info@kunstgussmuseum-lauchhammer.de