Martin Luther Denkmal in Worms

v.

Ernst Friedrich August Rietschel

Martin Luther von Lucas Cranach d.Ä. 1529

Original Gipsmodell von Rietschel im Museum

Rietschel letzte große Schöpfung 1858: Das Lutherdenkmal für Worms, hatte Rietschel unvollendet hinterlassen da er bereits 1861 verstarb. Auf Ihn gehen der Entwurf der Gesamtanlage u. die Ausführungen der Modelle zurück sowie der Kolossalstatue Luthers.

Postkarte 1902

Martin Luther Denkmal, Dresden vor der Frauenkirche 1970

Der ursprüngliche Entwurf des Kopfes von Luther wurde verworfen und durch einen vom Bildhauer Donndorf ersetzt.

Der Entwurf des Rietschel Kopfes von Luther fand Verwendung an der 1885 enthüllten Lutherstatue vor der Frauenkirche in Dresden.

Rietschel Schüler Donndorf, Kietz und Schilling vollendeten das Werk 1868.

Auf der Gesamtanlage sind heute unteranderem zusehen: Jan Hus, Girolamo Savonarola, Petrus Waldus, John Wycliff, Philipp Melanchthon, Johannes Reuchlin und Kurfürst Friedrich III. von Sachsen.

Das Wormser Denkmal beeinflusste die Darstellung zahlreicher anderer Denkmäler zum Thema Luther im 19. und 20 Jh., merfach wurde der Wormser Entwurf nachgegossen. Allein in den Vereinigten Staaten finden sich nach Angaben der Smithsonian Institution sieben Kopien der Wormser Lutherstatue.¹

Kurzbiografie von Ernst Rietschel

Geb. 15.12.1804 Pulsnitz, gest. 21.02.1861 Dresden

Vermittler zwischen Klassizismus und Realismus.

War mit Ernst Hähnel Begründer der Dresdner Bildhauerschule in der 2. Hälfte des 19. Jh.

Sohn eines armen Handschumachers, ab 1820 studierte er 6 Jahre an der Dresdner Akademie ohne spezielle Ausbildung in der Bildhauerei.
Auf Empfehlung des sächs. Staatsministers v. Einsiedel kam Rietschel 1826 in das Atelier Rauchs in Berlin.

1828 Erhielt für sein Relief Abschied des Ikarios von Penelope und Odyseus vom sächs. Staat ein Stipendium für eine Italienreise.

Anfang 1832 zum Prof. an der Dresdner Akademie ernannt.

Werke (Auswahl)

König-Friedrich-August-Denkmal in Dresden (1828–1835); seit 2008 auf dem Schlossplatz)
Büsten und Reliefs für die Aula des Augusteums in Leipzig (1833–1836)
Giebelreliefs für das Königliche Hoftheater Dresden (um 1841
Giebelrelief am Opernhaus Unter den Linden in Berlin (1844)
Pietà in Marmor für die Friedenskirche in Potsdam (1847–1854)
Lessing-Denkmal in Braunschweig (1849/1853)
Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar (1857)
Lutherdenkmal in Worms (1858 Auftragsvergabe, ab 1861 nach Rietschels Konzept unter Beteiligung seiner Schüler Adolf von Donndorf, Johannes Schilling und Gustav Adolph Kietz weitergeführt und 1868 eingeweiht)

Literatur

¹ Nachtaktion an Goethes Grab. In: Berliner Zeitung, 19. März 1999

Monika Schulte-Arndt: Ernst Rietschel als Zeichner: Mit einem Werkkatalog, Mainz/Darmstadt, 1995.