Glockenguss

Seit 1834, mit nur kurzen Unterbrechungen bis heute, werden in Lauchhammer Glocken gegossen. Auch Sie können hautnah an einem Glockenguss in der Gießerei teilnehmen.

Teilnahme Gießereibesichtigung inkl. Museum
Anmeldung im Museum
Kosten 10,00 € pro Person
+ 3,00 € Führung pro Person im Museum
Tel. 03574 860166

info@kunstgussmuseum-lauchhammer.de

Glocken

Eine kleine Zusammenfassung vom Guss der 1. bis zur 800. Glocke aus Lauchhammer können Sie hier nachvollziehen. Wobei zu bemerken ist, dass bis 1939 bereits 500 Bronzeglocken entstanden. Nach Kriegsende, in den Zeiten der DDR, kam die Produktion von Glocken zum Erliegen.

Am 2. Dezember 1994 begann ein Neuanfang, es wurden wieder Glocken, nach alter Tradition gegossen, die Zählung begann von vorn, mit der 1. neuzeitlichen Glocke aus Lauchhammer.

1834 und 1839

Herstellung der beiden ersten Glocken aus Gusseisen

1852

Guss der ersten Kirchenglocke für die Lutherkirche in Schwarzheide.

1919 – 1926

In einem Zweigwerk in Torgau werden Stahlglocken mit teilweise gewaltigen Ausmaßen hergestellt. Glockengewichte von 3t und mehr waren keine Seltenheit.

1920 – 1939

Das Werk in Lauchhammer verlassen etwa 500 Bronzeglocken, von denen ca. 10% die Glockenvernichtung im 2. Weltkrieg überstanden.

1929

Guss der größten Bronzeglocke in Lauchhammer für die Schloßkirche in Wittenberg mit einem Gewicht von 4,5t. Im Gegensatz zu ihr ist die 3t-Glocke im Berliner Dom aus dem gleichen Jahr erhalten geblieben.

1939

Letzte bekannte Glocke vor dem 2. Weltkrieg in der Kapelle des Diakonischen Werkes in Halle.

1994

Am 2. Dezember erfolgt der erste neuzeitliche Glockenguss. Die Glocke erhält die evgl. Kirche in Dübrichen bei Doberlug-Kirchhain. Sie hat ein Gewicht von 200kg.

1995

In einem Park der japanischen Stadt Kosaka wird ein 11-stimmiges Glockenspiel aus Lauchhammer installiert.

1997

Anläßlich des 500jähringen Bestehens der “Gloriosa” im Erfurter Dom und des damit verbundenen “Europäischen Glockentages” erfolgt der Guss von zwei Glocken unter freiem Himmel auf den Erfurter Domstufen. Zugleich wird eine bereits gegossene Glocke als Geschenk der Stadt Erfurt an die Stadt Vilnius übergeben.

Im Frühjahr entsteht ein Vierergeläut für Warin/Mecklenburg. Die zweitgrößte Glocke ist die 100. Glocke seit 1994.

1999

Am 3. September entsteht die neue “Domina” für die Halberstädter Dom. Mit ihrem Gewicht von ca. 8,3t ist sie die bisher größte Lauchhammer-Glocke. Erstmalig wird ein größeres Geläut nach Pommern geliefert. Die Stadtkirche in Torgelow erhält 5 Glocken.

2001

Mit der 200. Glocke wird das Geläut der Kathedrale in Dresden vervollständigt. Sie wiegt 1260kg
Die Stadtkirche in Rathenow erhält zwei große Glocken für den nach großen Kriegszerstörungen neu errichteten Turm.

2002

10 Glocken werden nach Tansania, eine nach Indonesien geliefert.
Mehrere größere Glocken werden für Kirchen der Kirchenprovinz Sachsen gegossen, so für die St.-Laurentius-Kirche in Halle, sowie für Riestedt bei Sangerhausen, Langenweddingen und Wanzleben.

2006

Die 500. Glocke wird für die Apostelkirche in Dresden-Trachau gegossen und im Festumzug „8oo Jahre Dresden“ mitgeführt.

2010

Ev. Kirche St. Petri in Förderstedt, 3 Glocken mit einen Gesamtgewicht von 3 t. Am 17.12.2010 wird die 700. Glocke für die Kleinstadt Wilthen in Sachsen gegossen.

2012

Die größte Glocke in diesem Jahr erhält die evgl. Kirche in Hasselfelde im Harz mit 776 kg.

2015

Der Guss der 800. Glocke erfolgte am 17. April 2015. Sie hat ein Gewicht von ca. 1650 kg mit einem unteren Durchmesser von ca. 1440 mm. Sie ersetzt die 1917 eingeschmolzene große Glocke der Stadtkirche in Loburg bei Magdeburg. Nach dem 1. Weltkrieg erhielt die Kirche zwei kleinere Bronzeglocken aus Lauchhammer, die im 2. Weltkrieg vernichtet wurden. Nach dem 2. Weltkrieg war es nur möglich, die kleinere Glocke durch einen Neuguss der Fa. Schilling in Apolda zu ersetzen. Das Stuhlfeld der großen Glocke blieb bis zum Jahre 2015 leer.