Kunst im öffentlichen Raum der SBZ/DDR

Max Lingner: Wandbild – Aufbau der Republik, Detlev-Rohwedder-Hauses in Berlin, früher „Haus der Ministerien“ der DDR, Teilansicht, 1950-53.

Anspruch der Kunstdoktrin in der SBZ/DDR

Der Sozialistische Realismus wurde begrifflich erst unter Stalin in seinen ideologischen sowie ästhetischen Gestaltungskriterien festgeschrieben. Ohne Rücksicht auf Eigenheiten der deutschen Kunstentwicklung wurde dieser auf die SBZ/DDR übertragen.

Major Alexander Dymschitz, Professor für Literaturwissenschaft, Offizier in der Kulturabteilung der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland spricht über die Vorgaben und Ziele des Sozialistischen Realismuses auf einer Veranstaltung in Berlin im Jahr 1947.

Diese beinhaltet die verpflichtenden Grundprinzipien: Parteilichkeit, Volksverbundenheit sowie Optimismus und Gegenwartsnähe. Politik und Kunst wurden als funktionale Einheit verstanden.

Walter Womacka – Aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 1964
Fenster im ehemaligen Gebäude des Staatsrates der DDR

Ideologische Gestaltungsprinzipien

Die Parteilichkeit der Kunst galt als das wichtigste ideologische Prinzip. Die ästhetischen Kategorien haben das Kunstwerk zu durchdringen und dessen sozialistischen Gehalt zu zeigen.

Lew Kerbel – Ernst Thälmann Monument, 1986
Berlin, Greifswalder Straße

Diese Volkverbundenheit war eher ideologischer Natur. Sie beinhaltet einerseits die Darstellungen von Bedürfnissen, Stimmungen, Interessen der Arbeiter und andererseits wie Kunst das Volk erreicht. Mit diesen Werken werden Vorbilder und Ebenbilder geschaffen, die die Werktätigen im Kunstwerk zeigen und diese in ihrer Volksverbundenheit zum Allgemeingut erheben.

Walter Womacka – Unser Leben am Haus des Lehrers, 1964,
Berlin an der dem Alexanderplatz zugewandten Seite

In der Kulturpolitik der DDR hielten Funktionäre bis zur Auflösung der DDR an den ideologischen Kampfbegriffen Parteilichkeit und Volksverbundenheit fest, die sie zur Abgrenzung gegenüber dem Westen benötigten. Erst in den 70er und 80er Jahren erkämpften sich die DDR-Künstler größere Spielräume, die politischen offiziellen Vorgaben blieben jedoch die alten.

Gerhard Bondzin – Der Weg der roten Fahne, 1969,
am Dresdner Kulturpalast